Valentina Wagner

Gute Geschichten machen den Alltag interessanter.

Daher schreibt Valentina Geschichten. Von Helden, die keine hätten werden sollen. Von Orten, die vorgeben mehr zu sein, als sie eigentlich sind. Oder vom täglichen Leben, das manchmal schnell an uns vorbei rauscht, manchmal ein kleines bisschen an unserer Seite verweilt.

Freunde, die sich gelegentlich anhören müssen, warum die Nachbarn schon seit Tagen nicht mehr zu sehen sind, warum der alleine reisende Mann so einsam war und warum sie das nächste Mal lieber auf ihren Spaziergang im Wald verzichten sollten, wissen, dass Valentina seit einiger Zeit versucht, die hohe Kunst des maßlosen Übertreibens und schamlosen Lügens zu perfektionieren und diese Tugenden in Geschichten über Freundschaft, das Erwachsenwerden und fremde Welten umwandelt.

Kurzgeschichten, Coming of Age und Fantasy sind ihre Steckenpferde, auf denen sie dabei ihre Leser aus ihren Alltag entführt.

 

 

Veröffentlichungen

Kurzgeschichte „Ohne Titel“ in zugetextet.com Ausgabe 6 / 2018 – Print

Figurengedicht „Totenkopf“ in Die Novelle – Zeitschrift für Experimentelles, Ausgabe 2 / 2014

 

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Ein Auszug aus der Kurzgeschichte „Der Plan“

 

„Ich habe einen Plan, aber der ist nicht besonders gut.“

„Okay.“

„Wir brauchen seinen Autoschlüssel.“

„Okay.“

Die beiden Jungs standen Schulter an Schulter und blickten unschlüssig hinunter auf Herrn Straß.

Herr Straß, der etwas kauzige Physiklehrer, lag nicht freiwillig bewegungslos auf dem Boden hier in der Physiksammlung.

Eben noch hatte er sich sehr wohl bewegt, hatte den Jungs das Thema ihres Referats über Laborsicherheit erörtert und währenddessen seine Unterrichtsutensilien aufgeräumt. Felix, schon immer ein haptischer Lerner, hatte die Hand nach einer Metallkugel ausgestreckt, die auf dem Tisch stand.

„Nicht anfassen!“, hatte Herr Straß gerufen und Felix‘ Hand weggeschlagen. Das waren die letzten Worte, die er jemals rufen sollte. Denn der Lehrer hatte nun selbst den Kugelkondensator angefasst.

Er war plötzlich erstarrt, Augen weit aufgerissen. Seine Zähne hatten zu klappern begonnen. Dann war er dort zu Boden gefallen, wo er nun immer noch lag.

„Bestimmt hat er den Schlüssel in seiner Tasche.“

„Okay.“

„Schau mal nach.“

„Mhm…“ Felix zögerte.

„Du hast ihn ja wohl umgebracht.“

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